Heizen ohne Heizung: Was kostet welche Zusatzheizung?
Die Heizung ist kaputt, das Arbeitszimmer bleibt kalt oder die Zentralheizung läuft in der Übergangszeit noch nicht: Dann greifen viele zu Heizlüfter, Ölradiator oder Infrarotheizung. Alle drei haben eines gemeinsam – sie machen aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Teurer oder günstiger wird es nur durch Leistung und Laufzeit. Die echte Ausnahme ist das Klimagerät mit Heizfunktion.

Unsere Auswahl: Zusatzheizung
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- Dreo Heizlüfter (1.500 W, PTC-Keramik)Für kurzes Aufheizen, etwa morgens im Bad – mit Thermostat und Kippschutz.Bei Amazon ansehen*
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Inhalt: 8 Abschnitte
Die wichtigste Zahl: Was kostet eine Kilowattstunde Wärme?
Strom kostet Haushalte 2026 laut BDEW im Schnitt 37 Cent pro kWh, Erdgas rund 11 bis 12 Cent. Daraus ergibt sich grob:
| Wärmequelle | Kosten pro kWh Wärme (grob) |
|---|---|
| Heizlüfter, Ölradiator, Infrarotheizung, Konvektor | ca. 37 Cent – 1 kWh Strom wird zu 1 kWh Wärme |
| Split-Klimagerät mit Heizfunktion, COP 3 bis 4 | ca. 9 bis 12 Cent |
| Gasheizung (zum Vergleich) | ca. 12 bis 13 Cent – Gaspreis plus Verluste im Kessel |
Kein Heizlüfter und keine Infrarotheizung heizt also „effizienter“ als ein anderes Elektroheizgerät. Sie unterscheiden sich darin, wie schnell und wie angenehm sie wärmen – nicht im Preis pro Kilowattstunde Wärme.
Was eine Stunde kostet
Bei voller Leistung und 37 Cent pro kWh:
| Gerät | Typische Leistung | Kosten pro Stunde |
|---|---|---|
| Heizdecke, Heizkissen | ca. 100 W | ca. 4 Cent |
| Kleine Infrarotheizung | 450 W | ca. 17 Cent |
| Infrarotheizung | 1.000 W | ca. 37 Cent |
| Ölradiator | 1.500 W | ca. 56 Cent |
| Heizlüfter, großer Ölradiator | 2.000 W | ca. 74 Cent |
| Split-Klimagerät, das 1 kW Wärme liefert (COP 3 bis 4) | ca. 250 bis 330 W Strom | ca. 9 bis 12 Cent |
Mit Thermostat laufen die Geräte nicht ständig mit voller Leistung: Ist der Raum warm, schalten sie ab und an. Ein Ölradiator mit 1.500 W, der an einem Abend vier Stunden lang etwa die Hälfte der Zeit heizt, braucht rund 3 kWh – gut 1,10 € pro Abend oder über 30 € im Monat. Mit deinen eigenen Werten rechnest du im Geräte-Stromkosten-Rechner.
Heizlüfter: schnell warm, teuer im Dauerbetrieb
Ein Heizlüfter bläst Luft über Heizdrähte oder Keramikelemente (PTC) und macht einen kleinen Raum in Minuten warm. Er ist günstig in der Anschaffung, aber hörbar und mit oft 2.000 W der Stromfresser unter den Zusatzheizungen. Sinnvoll ist er für kurze Zeit: morgens im kalten Bad oder für eine halbe Stunde im Gästezimmer.
Ölradiator: langsam, leise, gleichmäßig
Im Ölradiator erhitzt ein Heizstab ein Öl, das dauerhaft im Gerät bleibt. Er braucht länger, bis er warm ist, gibt die Wärme aber ohne Gebläse und gleichmäßig ab und heizt nach dem Abschalten noch eine Weile nach. Das macht ihn angenehm für mehrere Stunden in einem Raum. Sparsamer als ein Heizlüfter mit gleicher Leistung ist er nicht. Achte auf ein Thermostat und eine Frostschutzstufe.
Infrarotheizung: warm, wo die Strahlung hinkommt
Eine Infrarotheizung wärmt vor allem Körper und Flächen, die ihr gegenüberstehen, weniger die Luft. Am Schreibtisch oder auf dem Sofa fühlt sich das schnell angenehm an. Hersteller werben oft damit, dass man deshalb die Raumtemperatur senken und viel sparen könne. Die Verbraucherzentralen halten große Einsparungen für nicht belegt, Stiftung Warentest nennt Infrarotheizungen eine „Notlösung ohne Sparpotenzial“. Als Hauptheizung im Altbau wird es teuer. Eine kleine Platte für einen festen Sitzplatz kann trotzdem sinnvoll sein – weil sie mit wenig Leistung genau dort wärmt, wo du bist.
Klimagerät mit Heizfunktion: der COP macht den Unterschied
Eine Split-Klimaanlage ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie heizt nicht mit einem Heizstab, sondern holt Wärme aus der Außenluft. Wie gut das klappt, zeigt der COP (Coefficient of Performance): Ein COP von 3 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme werden. Auf dem Energielabel steht der SCOP, der Mittelwert über eine ganze Heizsaison; laut ADAC bedeutet ein SCOP von 4, dass das Gerät im Schnitt etwa 4 kWh Wärme je kWh Strom liefert. Bei starkem Frost sinkt die Effizienz, sie bleibt aber in der Regel über der eines Heizlüfters.
Der Haken: Ein Split-Gerät besteht aus Innen- und Außengerät, die mit Kältemittelleitungen verbunden sind. Einbau und Inbetriebnahme muss ein Fachbetrieb übernehmen, und als Mieter brauchst du die Zustimmung des Vermieters. Mobile Monoblock-Klimageräte mit Abluftschlauch sind laut ADAC für regelmäßiges Heizen weniger geeignet, weil über Schlauch und Fensterspalt viel Wärme verloren geht.
Welche Zusatzheizung passt wofür?
- Kurz aufheizen, etwa im Bad: Heizlüfter mit Thermostat und Kippschutz.
- Mehrere Stunden in einem Raum, Heizung defekt: Ölradiator mit Thermostat.
- Fester Platz, etwa am Schreibtisch: kleine Infrarotheizung – oder noch günstiger eine Heizdecke. Mehr dazu im Ratgeber zu Heizkosten.
- Regelmäßig einen Raum ohne Zentralheizung heizen: Split-Klimagerät vom Fachbetrieb – teurer in der Anschaffung, pro kWh Wärme aber am günstigsten.
- Die Zentralheizung funktioniert: Dann ist sie fast immer günstiger. Entlüften, Thermostate richtig einstellen und Heizkörper frei halten bringt mehr als jedes Zusatzgerät.
Häufige Fragen
Was ist die günstigste Zusatzheizung?
Pro Kilowattstunde Wärme ein Split-Klimagerät mit Heizfunktion, weil es als Wärmepumpe aus 1 kWh Strom etwa 3 bis 4 kWh Wärme macht. Heizlüfter, Ölradiator und Infrarotheizung kosten pro kWh Wärme gleich viel; am wenigsten zahlst du mit dem Gerät, das am kürzesten und mit der kleinsten Leistung läuft.
Ist eine Infrarotheizung sparsamer als ein Heizlüfter?
Pro Kilowattstunde nicht – beide machen aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme. Eine Infrarotheizung wärmt aber gezielt einen Platz und hat oft weniger Leistung, deshalb kann sie im Einzelfall weniger verbrauchen. Große Einsparungen durch die Strahlungswärme sind nach Einschätzung der Verbraucherzentralen nicht belegt.
Was kostet ein Heizlüfter mit 2.000 Watt pro Stunde?
Bei voller Leistung braucht er 2 kWh pro Stunde, bei 37 Cent pro kWh also rund 74 Cent. Mit Thermostat läuft er seltener mit voller Leistung, die Kosten pro Kilowattstunde Wärme bleiben aber gleich.