Heizkosten sparen: Tipps, die sofort wirken
Heizen ist in vielen Haushalten der größte Posten bei den Energiekosten. Viele Stellschrauben kosten nichts oder wenig und wirken ab dem ersten Tag. Hier sind die wichtigsten.

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Inhalt: 12 Abschnitte
1. Ein Grad weniger
Als Faustregel gilt: Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart grob rund 6 % Heizenergie. Das ist ein Richtwert, der je nach Gebäude schwankt – aber er zeigt, dass sich schon kleine Änderungen lohnen.
Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Im Wohnzimmer mögen es die meisten um die 20 Grad, im Schlafzimmer und in der Küche reicht oft weniger. Ganz auskühlen sollten Räume aber nicht – sonst drohen Feuchtigkeit und Schimmel.
2. Thermostatstufen verstehen
Die Zahlen am Thermostatkopf stehen für eine Zieltemperatur, nicht für die Heizleistung. Stufe 5 heizt den Raum nicht schneller auf als Stufe 3 – sie heizt nur länger weiter. Bei vielen Modellen entspricht die mittlere Stufe grob etwa 20 Grad, das kann aber je nach Hersteller abweichen. Stell die gewünschte Stufe ein und lass sie dort.
3. Heizkörper frei lassen
Sofa, Vorhänge oder Verkleidungen vor dem Heizkörper stauen die Wärme. Der Raum wird langsamer warm, und das Thermostat misst falsch. Halte den Bereich vor dem Heizkörper möglichst frei.
4. Heizkörper entlüften
Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt, ist Luft im System. Das Entlüften geht mit einem kleinen Entlüftungsschlüssel:
- Heizung bzw. Thermostat herunterdrehen und kurz warten.
- Tuch oder Gefäß unter das Ventil halten.
- Ventil langsam öffnen, bis statt Luft Wasser kommt, dann schließen.
- Danach den Wasserdruck der Anlage prüfen – das ist Sache von Eigentümer oder Vermieter, wenn du keinen Zugang hast.
5. Nachts Rollläden und Vorhänge zu
Geschlossene Rollläden und dichte Vorhänge verringern nachts den Wärmeverlust über die Fenster. Tagsüber wieder öffnen, damit die Sonne mitheizen kann.
6. Türen zu, richtig lüften
Türen zwischen warmen und kühlen Räumen schließen. Lüften mit ganz geöffnetem Fenster für einige Minuten statt Dauerkippen – das spart Energie und schützt vor Feuchtigkeit. Thermostate beim Lüften herunterdrehen.
7. Fenster und Türen abdichten
Zieht es an Fenstern oder der Wohnungstür, entweicht warme Luft. Einfacher Test: Ein Blatt Papier einklemmen und daran ziehen – lässt es sich leicht herausziehen, schließt das Fenster nicht dicht. Selbstklebende Dichtungsbänder und Zugluftstopper für die Tür sind schnell angebracht.
8. Programmierbare Thermostate
Programmierbare oder smarte Thermostate senken die Temperatur automatisch, wenn du schläfst oder nicht da bist, und heizen rechtzeitig vor. Das lohnt sich vor allem, wenn du feste Tagesabläufe hast und tagsüber außer Haus bist. Prüfe vorher, ob die Geräte zu deinen Ventilen passen.
9. Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper
Bei Heizkörpern an Außenwänden kann eine Reflexionsfolie einen Teil der Wärme in den Raum zurückwerfen. Wie viel das bringt, hängt stark von der Dämmung der Wand ab – bei gut gedämmten Wänden ist der Effekt meist gering, bei ungedämmten Altbauwänden eher spürbar.
10. Hydraulischer Abgleich (für Eigentümer)
Beim hydraulischen Abgleich stellt eine Fachfirma die Heizungsanlage so ein, dass jeder Heizkörper genau die passende Menge warmes Wasser bekommt. Ohne Abgleich werden nahe Heizkörper oft zu heiß und entfernte bleiben kühl. Das ist Sache von Eigentümern bzw. Vermietern. Als Mieter kannst du nachfragen, ob er schon gemacht wurde – etwa wenn einzelne Heizkörper nie richtig warm werden.
Den Rest der Energiekosten nicht vergessen
Wer beim Heizen spart, sollte auch den Stromtarif prüfen. Mit dem Stromkosten-Rechner siehst du, was ein Wechsel bringt. Weitere Ideen findest du bei den Energiesparen-Helfern. Ob ein Balkonkraftwerk deine Stromrechnung senkt, hängt vor allem davon ab, wie viel Solarstrom du tagsüber selbst verbrauchst. Und wenn die Heizkosten-Nachzahlung kommt: Nebenkostenabrechnung prüfen.
Heizt du mit Gas und hast einen eigenen Gasvertrag (nicht über die Nebenkosten), lohnt sich auch ein Blick auf den Gastarif – vor allem, wenn du noch in der Grundversorgung bist.
Häufige Fragen
Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?
Als grobe Faustregel werden rund 6 Prozent Heizenergie pro Grad genannt. Der tatsächliche Wert hängt vom Gebäude, der Dämmung und dem Heizverhalten ab.
Heizt Stufe 5 schneller als Stufe 3?
Nein. Die Stufen stehen für eine Zieltemperatur. Stufe 5 heizt nicht schneller, sondern nur länger bis zu einer höheren Temperatur.
Lohnt sich ein Heizlüfter zum Sparen?
In der Regel nicht. Heizlüfter wandeln Strom direkt in Wärme um und sind im Dauerbetrieb teuer. Für kurze Zeit in einem kleinen Raum kann er ausreichen – rechne die Kosten vorher nach.