Heizung entlüften: Schritt für Schritt
Luft im Heizkörper ist lästig: Er wird nicht richtig warm, und du drehst das Thermostat höher, ohne dass es etwas bringt. Das kostet Komfort und Geld. Entlüften dauert pro Heizkörper nur wenige Minuten, und das Werkzeug ist günstig.

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Inhalt: 6 Abschnitte
Woran du Luft im Heizkörper erkennst
- Gluckern, Plätschern oder Rauschen, obwohl die Heizung läuft.
- Oben kalt, unten warm: Die Luft sammelt sich im oberen Teil des Heizkörpers.
- Heizkörper wird trotz aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm.
Guter Zeitpunkt zum Entlüften ist der Start der Heizsaison – und immer dann, wenn eines dieser Zeichen auftritt.
Das brauchst du
- Entlüftungsschlüssel: Passt auf das kleine Vierkant-Ventil oben seitlich am Heizkörper. Manche Ventile lassen sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen.
- Tuch für Tropfen und zum Schutz des Bodens.
- Kleines Gefäß, zum Beispiel ein Becher, um das austretende Wasser aufzufangen.
Schritt für Schritt
- Heizung aufdrehen: Alle Thermostate hochdrehen und die Heizkörper warm werden lassen. So merkst du, welche oben kalt bleiben, und die Luft sammelt sich oben.
- Pumpe aus bzw. warten: Bei einer eigenen Heizung die Umwälzpumpe oder die Heizung ausschalten, wie es die Anleitung beschreibt. Dann eine Weile warten, damit das Wasser zur Ruhe kommt und die Luft nach oben steigt. Im Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung kannst du das meist nicht – dann das Thermostat des Heizkörpers zudrehen und kurz warten.
- Vorbereiten: Tuch unterlegen, Gefäß unter das Ventil halten.
- Ventil langsam öffnen: Schlüssel aufsetzen und vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn drehen. Meist reicht eine kleine Drehung. Es zischt, weil Luft entweicht. Das Ventil nicht ganz herausdrehen.
- Warten, bis Wasser kommt: Sobald statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Blubbern austritt, ist die Luft raus.
- Ventil schließen: Im Uhrzeigersinn zudrehen, handfest, nicht mit Gewalt.
- Nächster Heizkörper: Alle betroffenen Heizkörper nacheinander entlüften. Danach Pumpe bzw. Heizung wieder einschalten und die Thermostate einstellen.
Danach: Druck an der Heizung prüfen
Beim Entlüften geht etwas Wasser aus dem System verloren. Dadurch kann der Druck sinken. Am Heizkessel oder an der Therme zeigt ein Manometer den Wasserdruck an. Welcher Bereich richtig ist, steht in der Bedienungsanleitung, oft ist er auf der Anzeige markiert.
- Eigentümer: Heizungswasser nur so nachfüllen, wie es die Anleitung der Anlage beschreibt. Bist du unsicher, lass es den Fachbetrieb machen.
- Mieter: Liegt der Druck zu niedrig oder hast du keinen Zugang zur Anlage, melde es dem Vermieter, der Hausverwaltung oder dem Hausmeister. Nachfüllen ist in der Regel deren Sache.
Wann Fachleute ranmüssen
- Du musst immer wieder entlüften, obwohl du es richtig gemacht hast.
- Der Druck fällt nach dem Nachfüllen immer wieder ab.
- Ein Heizkörper bleibt nach dem Entlüften kalt.
- Ventil oder Heizkörper sind undicht oder beschädigt.
- Die Heizung zeigt eine Störung an oder macht ungewohnte Geräusche.
Mieter wenden sich in diesen Fällen an den Vermieter. Wenn du die Zeit bis zur Reparatur mit einem Heizlüfter überbrückst, rechne die Kosten vorher mit dem Geräte-Stromkosten-Rechner aus – Heizlüfter sind im Dauerbetrieb teuer.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass die Heizung entlüftet werden muss?
Typische Zeichen sind Gluckern oder Rauschen im Heizkörper und ein Heizkörper, der oben kalt und unten warm bleibt oder trotz aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm wird.
Muss die Heizung beim Entlüften aus sein?
Häufig wird empfohlen, die Heizkörper erst warm werden zu lassen und dann Pumpe oder Heizung auszuschalten und etwas zu warten. Im Mehrfamilienhaus reicht es meist, das Thermostat des Heizkörpers zuzudrehen. Maßgeblich ist die Anleitung der Anlage.
Darf ich als Mieter Heizungswasser nachfüllen?
In der Regel ist das Sache von Vermieter, Hausverwaltung oder Hausmeister. Ist der Druck nach dem Entlüften zu niedrig, melde es dort, statt selbst nachzufüllen.