Schimmel vermeiden: Luftfeuchtigkeit messen und senken

Schimmel entsteht dort, wo es dauerhaft feucht ist. In der Heizsaison ist das Risiko am größten. Die gute Nachricht: Mit einem Messgerät, richtigem Lüften und ein paar Handgriffen kannst du viel selbst verhindern.

Aktualisiert am 01.10.2026 Lesezeit ca. 4 Min.

Digitales Thermo-Hygrometer zeigt Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit
Anzeige

Unsere Auswahl: Schimmel vorbeugen

  1. TempPro Thermo-HygrometerZeigt Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Raum an.Bei Amazon ansehen*
  2. NOKLEAD Thermo-HygrometerDigitales Raumthermometer mit Luftfeuchte-Anzeige.Bei Amazon ansehen*
  3. COMFEE Luftentfeuchter (12 l/Tag)Für kleinere Räume bis ca. 20 m², mit automatischer Abtauung.Bei Amazon ansehen*
  4. Comfee Luftentfeuchter MDDF-20DEN7 (20 l/24 h)Für größere Räume bis ca. 40 m², per App steuerbar.Bei Amazon ansehen*

Anzeige · * Affiliate-Link: Kaufst du darüber ein, bekommen wir eine Provision – der Preis bleibt für dich gleich. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Preise und Bewertungen siehst du direkt bei Amazon.

Inhalt: 9 Abschnitte

Warum es im Winter feucht wird

Jeder Haushalt gibt täglich Feuchtigkeit an die Raumluft ab: beim Atmen, Duschen, Kochen und Wäschetrocknen. Im Sommer lüftet man ohnehin viel. Im Winter bleiben die Fenster eher zu, und die Feuchtigkeit bleibt drin.

Dazu kommt die Physik: Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Trifft warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Stelle – Außenwand, Fensterlaibung, Ecke hinter dem Schrank –, kühlt sie ab und gibt Wasser ab. Genau dort bildet sich Schimmel zuerst.

Welche Luftfeuchtigkeit ist sinnvoll?

Häufig empfohlen wird für Wohnräume eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 %. In der Heizsaison gilt als Orientierung eher der untere bis mittlere Bereich. Liegt der Wert über längere Zeit deutlich höher, steigt das Schimmelrisiko. Kurze Spitzen nach dem Duschen oder Kochen sind normal – entscheidend ist, wie schnell der Wert wieder sinkt.

Richtig messen mit dem Hygrometer

  • Mehrere Räume: Bad, Schlafzimmer und Küche sind die typischen Problemzonen.
  • Richtiger Platz: Nicht direkt ans Fenster, an die Heizung oder in die Sonne stellen, sondern mitten im Raum auf etwa Tischhöhe.
  • Verlauf beobachten: Morgens nach dem Aufstehen und abends ablesen. Ein einzelner Wert sagt wenig.
  • Günstige Geräte können einige Prozentpunkte danebenliegen. Zum Vergleichen zwischen Räumen und Tagen reichen sie aber gut.

Stoßlüften statt Kipplüften

Mehrmals täglich die Fenster für einige Minuten ganz öffnen, am besten gegenüberliegende Fenster gleichzeitig (Querlüften). So wird die feuchte Luft schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen. Im Winter reicht meist eine kürzere Lüftungszeit als im Sommer.

Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht wenig Luft aus, kühlt aber Wand und Laibung ab – das fördert Schimmel eher und verschwendet Heizenergie. Heizkörper-Thermostate beim Lüften herunterdrehen, danach wieder hoch.

Weitere Handgriffe, die helfen

  • Möbel von Außenwänden abrücken: Einige Zentimeter Abstand lassen, damit Luft zirkulieren kann. Große Schränke möglichst an Innenwände stellen.
  • Nach dem Duschen: Fliesen und Duschwand abziehen, Handtücher nicht im Bad liegen lassen, direkt lüften.
  • Beim Kochen: Deckel auf die Töpfe, Dunstabzug einschalten, danach kurz lüften.
  • Alle Räume leicht heizen: Auch wenig genutzte Räume nicht ganz auskühlen lassen. Kalte Räume nicht mit warmer Luft aus anderen Zimmern „mitheizen“ – Türen zu.

Wäsche in der Wohnung trocknen

Nasse Wäsche gibt viel Feuchtigkeit ab. Am besten auf dem Balkon, im Trockenraum oder Keller trocknen. Geht es nur in der Wohnung: in einem gut beheizten Raum, Tür zu, regelmäßig stoßlüften und die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten. Gut geschleuderte Wäsche trocknet schneller.

Wann ein Luftentfeuchter sinnvoll ist

Ein elektrischer Luftentfeuchter kann helfen, wenn sich die Feuchtigkeit trotz richtigem Lüften nicht senken lässt – etwa in Räumen ohne Fenster, im Keller oder wenn du Wäsche drinnen trocknen musst. Er ersetzt aber nicht das Lüften und behebt keine baulichen Ursachen. Weil er Strom verbraucht, lohnt ein Blick auf die Kosten: Rechne sie mit dem Geräte-Stromkosten-Rechner aus.

Wenn schon Schimmel da ist

Kleine, oberflächliche Stellen kannst du oft selbst entfernen. Als Orientierung wird häufig eine Fläche von höchstens etwa einem halben Quadratmeter genannt. Dabei gilt:

  • Handschuhe und eine Atemschutzmaske tragen, den Raum gut lüften.
  • Nicht trocken abbürsten, sonst verteilen sich Sporen. Geeignet ist zum Beispiel hochprozentiger Alkohol aus der Drogerie oder Apotheke.
  • Die Ursache finden – sonst kommt der Schimmel wieder.

Große Flächen, Schimmel, der immer wieder kommt, oder Befall hinter Tapeten und in Wänden gehören in die Hände von Fachleuten. Menschen mit Allergien, Asthma oder geschwächtem Immunsystem sollten Schimmel grundsätzlich nicht selbst entfernen.

Mieter: Schimmel ist ein Mangel, den du dem Vermieter unverzüglich melden musst – am besten schriftlich und mit Fotos. Wer nicht meldet, riskiert, für Folgeschäden mitzuhaften. Das ist keine Rechtsberatung; bei Streit über die Ursache helfen Mietervereine weiter. Bei gesundheitlichen Beschwerden sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Mehr sparen rund ums Zuhause: Energiesparen-Helfer · Nebenkostenabrechnung prüfen

Häufige Fragen

Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sein?

Häufig empfohlen wird ein Bereich von etwa 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Bleibt der Wert über längere Zeit deutlich darüber, steigt das Schimmelrisiko.

Ist Kipplüften im Winter schlecht?

Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht wenig Luft aus, kühlt aber Wand und Fensterlaibung ab. Besser ist mehrmals täglich kurzes Stoßlüften mit ganz geöffnetem Fenster.

Muss ich Schimmel dem Vermieter melden?

Ja. Als Mieter musst du Mängel wie Schimmel dem Vermieter unverzüglich anzeigen, am besten schriftlich mit Fotos. Bei Streit helfen Mietervereine.

AnzeigeTipp: TempPro Thermo-HygrometerAnsehen*