Powerstation: Lohnt sich das?
Eine Powerstation ist ein großer Akku mit Steckdosen: 230 Volt, USB und oft 12 Volt wie im Auto. Du lädst sie an der Steckdose, im Auto oder mit einem Solarmodul und betreibst damit unterwegs oder bei einem Stromausfall kleinere Geräte. Ob sich das lohnt, hängt weniger vom Gerät ab als davon, was du damit vorhast – und ob du die Kapazität richtig einschätzt.

Unsere Auswahl: Powerstation
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- Jackery Explorer 240 Powerstation (240 Wh)Klein und leicht: lädt Handy, Kamera und Laptop unterwegs.Bei Amazon ansehen*
- Jackery E1000 v2 Powerstation (1.070 Wh, 1.500 W)Mittelklasse mit 1.500 W Ausgangsleistung – genug für mehrere Geräte bei einem Stromausfall.Bei Amazon ansehen*
- Anker SOLIX S2000 Powerstation (2.000 Wh, 1.500 W)Große Kapazität für längere Ausfälle oder viele Geräte – entsprechend schwerer.Bei Amazon ansehen*
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Inhalt: 7 Abschnitte
Kapazität in Wh: die Zahl, die zählt
Die Kapazität steht in Wattstunden (Wh). Sie sagt, wie lange ein Gerät mit einer bestimmten Leistung laufen kann: Laufzeit in Stunden = nutzbare Wh ÷ Leistung in Watt. Nutzbar ist nie die volle Angabe, weil Wechselrichter und Elektronik selbst Strom brauchen – darauf weist auch Stiftung Warentest hin. Rechne grob mit 80 bis 90 % der angegebenen Kapazität.
| Gerät | Leistung (grob) | Mit 500 Wh (ca. 425 Wh nutzbar) |
|---|---|---|
| WLAN-Router | 10 W | ca. 40 Stunden |
| LED-Lampe | 8 W | ca. 50 Stunden |
| Laptop | 50 W | ca. 8 Stunden |
| Handy laden | ca. 15 bis 20 Wh pro Ladung | rund 20 Ladungen |
| Kühlschrank | laut Label z. B. 150 kWh im Jahr, also ca. 0,4 kWh am Tag | ca. 1 Tag |
| Heizlüfter | 2.000 W | knapp 13 Minuten – und nur, wenn die Powerstation 2.000 W liefern kann |
Die zweite wichtige Zahl ist die Dauerleistung in Watt: Sie bestimmt, welche Geräte überhaupt laufen. Eine Powerstation mit 300 W schafft Router, Laptop und Lampen, aber keinen Wasserkocher. Kurzzeitige Spitzenwerte helfen beim Anlaufen eines Kühlschranks, nicht im Dauerbetrieb.
Notstrom: wofür es reicht
Lange Stromausfälle sind in Deutschland selten: 2024 war jeder Stromkunde laut Bundesnetzagentur im Schnitt nur 11,7 Minuten ohne Strom. Für den Ernstfall rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK), sich bis zu zehn Tage selbst versorgen zu können – mit Vorräten, Taschenlampen, einem Radio mit Batterie oder Kurbel und geladenen Powerbanks. Eine Powerstation ergänzt das: Sie hält Router, Handy, Licht und mit genug Kapazität auch den Kühlschrank eine Weile am Laufen. Heizen kann sie nicht.
- USV-Funktion: Manche Powerstations hängen zwischen Steckdose und Gerät und übernehmen bei einem Ausfall automatisch. Wie schnell sie umschalten, steht in den technischen Daten – wichtig für PC und Router.
- Medizinische Geräte: Wer auf ein Gerät angewiesen ist, klärt die Notstromversorgung mit Arzt oder Hersteller und verlässt sich nicht allein auf eine Powerstation.
- Geladen halten: Eine Powerstation, die leer im Keller steht, hilft im Notfall nicht. Prüfe den Ladestand alle paar Monate.
Camping und unterwegs
Im Wohnmobil, Zelt oder Gartenhaus ist eine Powerstation am nützlichsten. Lampen, Handy, Kamera, Laptop und eine Kompressor-Kühlbox laufen damit mehrere Tage, wenn ein Solarmodul tagsüber nachlädt. Denk an das Gewicht: Die Modelle mit 400 bis 650 Wh im Test von Stiftung Warentest wogen etwa 4 bis 8 kg, große Geräte mit 2.000 Wh sind deutlich schwerer.
Powerstation und Balkonkraftwerk
Die Idee klingt gut: tagsüber Solarstrom speichern, abends nutzen. Eine normale Powerstation kann den gespeicherten Strom aber nicht ins Hausnetz einspeisen. Du müsstest die Geräte jeden Tag umstecken. Stiftung Warentest hält die getesteten Powerstations deshalb als Zwischenspeicher für ein Balkonkraftwerk für wenig geeignet.
- Nie über die Steckdose zurückspeisen: Eine Powerstation mit einem Adapter in die Wandsteckdose einspeisen zu lassen, ist gefährlich und nicht erlaubt.
- Speicher fürs Balkonkraftwerk: Es gibt Systeme, bei denen ein Akku zwischen Solarmodulen und Wechselrichter sitzt. Für sie gelten dieselben Regeln wie für jedes Balkonkraftwerk, unter anderem höchstens 800 W Einspeiseleistung. Prüfe beim Hersteller, ob deine Kombination dafür vorgesehen ist.
- Rechnet sich das? Selten. Speichert der Akku an 200 Tagen im Jahr je 0,5 kWh, die du sonst aus dem Netz gekauft hättest, sparst du bei 37 Cent pro kWh rund 37 € im Jahr – vor Verlusten. Eine Powerstation mit genug Kapazität kostet ein Vielfaches davon.
Ob ein Balkonkraftwerk ohne Speicher für dich passt, rechnest du im Balkonkraftwerk-Rechner; alles zu Regeln und Kauf steht im Ratgeber Balkonkraftwerk: Lohnt sich das?
Worauf du beim Kauf achtest
- Kapazität nach Bedarf: Schreib auf, was wie lange laufen soll, und rechne mit 80 bis 90 % der Angabe.
- Dauerleistung passend zum stärksten Gerät, das du betreiben willst.
- Reiner Sinus am 230-Volt-Ausgang, damit auch empfindliche Netzteile sauber laufen.
- Akkutyp: LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) ist etwas schwerer, hält laut Herstellern aber meist deutlich mehr Ladezyklen als andere Lithium-Akkus.
- Solareingang: Welche Spannung und wie viel Watt ein Modul liefern darf, steht in den technischen Daten. Das Solarmodul muss dazu passen.
- Lautstärke: Lüfter springen beim Laden und bei hoher Last an – im Zelt oder Schlafzimmer ein Thema.
Lohnt sich eine Powerstation?
Ja, wenn du regelmäßig campst, im Garten oder auf Märkten Strom brauchst oder bei einem Stromausfall ein paar wichtige Geräte sicher weiterlaufen sollen. Nein, wenn du damit Stromkosten sparen oder heizen willst – dafür ist die gespeicherte Energie zu knapp und zu teuer.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Powerstation mit 1.000 Wh?
Teile die nutzbare Kapazität, grob 850 bis 900 Wh, durch die Leistung des Geräts. Ein Router mit 10 W läuft damit rund 85 Stunden, ein Laptop mit 50 W etwa 17 Stunden, ein Heizlüfter mit 2.000 W keine halbe Stunde.
Kann ich eine Powerstation mit dem Balkonkraftwerk laden?
Ja, wenn du die Solarmodule direkt an den Solareingang der Powerstation anschließt und Spannung und Leistung in deren Grenzen liegen. Über den Wechselrichter des Balkonkraftwerks geht das nicht, und zurück ins Hausnetz speisen kann eine normale Powerstation auch nicht.
Darf eine Powerstation in der Wohnung stehen?
Ja, sie gibt keine Abgase ab. Stell sie trocken, nicht in die pralle Sonne und nicht direkt neben die Heizung, und lade sie nicht unter Decken oder in engen Schränken ohne Luftzufuhr.